Kalender

Mär
28
Beginn der Sommerzeit
Die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) beginnt am letzten Sonntag im März, 28.3.2010, um 2:00 Uhr MEZ (Mitteleuropäische Zeit). Zu diesem Zeitpunkt werden die Uhren um eine Stunde von 2:00 auf 3:00 Uhr vorgestellt.
 

Ausflugstipps

PROTOTYP



 

Das Automuseum in Hamburg

SONDERAUSSTELLUNG
"24 I 77 - LE MANS"
28. 11. 2009 - 31.03. 2010

 

01/02 2010

Restaurant Tai Tan


Das Tai Tan am Kaiserkai liegt im Herzen der neu entstehenden Hafencity. Die drei Fensterfronten garantieren von jedem Tisch eine tolle Aussicht: zur einen Seite die Historische Speicherstadt und zur anderen Seite der  »architektonische Würfelhusten« der Hafencity (Architekt Hadi Teherani). Im Gastraum wird dieser Gegensatz sehr schön aufgenommen, man findet typisch verspielte Dekoration in modernem Ambiente.
Der sehr charmante Service bringt uns ausnahmslos leckere und gut aufeinander abgestimmte Speisen. Wir schließen uns der Empfehlung in der Einleitung der Speisekarte an und bestellen bunt durcheinander, um die Gegensätze der Thaiküche als kleine Geschmacksexplosion zu erleben.  Satay Gai zu 6,50 Euro sind lecker in Kokoscurry gewürzte und gegrillte Hühnerfleischspießchen. Tom Yam Gung für 7,50 Euro ist eine »leicht« scharfe Garnelensuppe mit Champignons und Thaikräutern. Die knusprige Entenbrust auf herrlich knackigem Gemüse Ped Grob Pak Raum für 16,50 Euro und Pad Krabraw Gai ein zu Recht als scharf bezeichnetes Hühnerfleisch mit Knoblauch, Chili und Thai Basilikum zu 14 Euro. Dazu einen leichten Weißwein aus der kleinen, schön zusammengestellten Weinkarte und wir verstehen langsam, was in der Einleitung gemeint war.
Dieser Besuch hat Lust auf mehr gemacht und neugierig auf weitere Geschmacksexplosionen die sich aus der vielfältigen Speisenauswahl bestimmt zusammenstellen lassen.

geöffnet Mo - Fr 12 - 15 Uhr und 18 - 24 Uhr, Sa + So 17 - 24 Uhr,
Küche bis 23 Uhr; Kartenzahlung: EC / AMEX / VISA / MASTER
 
Restaurant Tai Tan
Am Kaiserkai 56, 20457 Hamburg
fon 040 - 419 19 355
www.taitan-restaurant.de


01/11 2009

Restaurant Sala Thai


In der spannenden Hafencity, am Kaiserkai, liegt das Thailändische Restaurant »Sala Thai«. Gleich beim Betreten strahlt es, in dunklem Holz gehalten und einem thailändischen Pavillon nachempfunden, eine angenehme Atmosphäre aus. Die Speisekarte ist umfangreich, von Vorspeisen bis hin zu Fleisch- und Fischgerichten, die Getränkekarte bietet neben Softdrinks, Wein und Cocktails auch thailändisches Singha Lager Bier.
Wir entscheiden uns für Hors d’Oeuvre »Sala Thai« (verschiedene gebackene Vorspeisen) und Garnelen-Saté als Entrée. Zu den Garnelenspießen gibt es eine schmackhafte Erdnuss-Sauce und ein kleines Rechaud, über dem man die Spieße noch ein wenig grillen kann. Die Vorspeisenvariationen (unter anderem eine kleine Frühlingsrolle und Garnele in knusprigem Mehlteig) harmonieren perfekt mit der süß-sauren Soße - ein wunderbarer Start.
Als Hauptgerichte, von einem besonders aufmerksamen und freundlichen Service gereicht, bekommen wir »Rotes Kokosmilch-Rindfleischcurry« und »Süß-Saure Ente mit Gemüse«. Auch hier sind wieder alle Zutaten perfekt auf einander abgestimmt. Die Ente ist schön zart, das Rindfleischcurry angenehm scharf.
Obwohl wir eigentlich schon sehr satt sind, können wir abschließend dem »Gebackenen Eis« und den »Exotischen Früchten aus Thailand« nicht widerstehen. Das Vanilleeis ist in einen Teigmantel gehüllt und wird mit einer Fruchtsoße serviert. Es macht Spaß, das warme und kalte Dessert zu vernaschen. Die exotischen Früchte sind Ananas, Mango, Papaya und Melone. Frisch und knackig.
Zum Ausklang dieses leckeren und entspannten Abends fehlt jetzt nur noch eins: ein kleiner Spaziergang durch die Hafencity.

Fazit: Wer gut und möglichst originalgetreu thailändisch essen, freundlichen Service genießen und ein besonderes Ambiente haben möchte, ist hier genau richtig.

Sala Thai, Am Kaiserkai 1 (Großer Grasbrook), Hafencity, 20457 Hamburg,
Tel.: 040 - 32 39 09, geöffnet täglich 12 - 24 Uhr; www.salathai.de




01/10 2009

Mourvèdre - eine verführerische Traube für Ihren Herbst

Ein weiterer Paukenschlag der Familie Beaumont aus dem malerischen Bot River Valley (bei dem Whale Watching Areal Hermanus an der zentralen Garden Route Südafrikas gelegen) ist der von Hand gelesene Mourvèdre 2006.
Zahlreiche, weltweite Auszeichnungen sind dem Weingut kürzlich erst beschert worden, doch Sebastian Beaumont gibt diese nicht in Form hoher Preise an seine Kunden weiter.
Mourvèdre, in Spanien Monastrell genannt, in Australien oft als Mataro bekannt, ist eine durchaus schwer zu kultivierende Rebsorte, da sie anfällig z.B. für Mehltau ist. Kleine, dickschalige Beeren erzeugen einen oft hochalkoholischen Wein – schwierig ist es, Oxidation zu verhindern und bei der gesamten Weinbereitung bedarf es geschulten Fingerspitzengefühls.
Sebastian Beaumonts Exemplar nun frisch geöffnet, zeigt  bei 14,5% Vol. Kirchenfenster im Glas. Brombeere spiegelt sich in Farbe und Bukett wieder, ebenso Fliederbeere, Kräuter und leichte Lacknoten.
Frisch probiert in einem sehr zu empfehlenden, atmungsaktiven Glas von Eisch, kommen Veilchen, Amarena, gut eingebundenes Holz und starke animalische Noten zum Vorschein.
Tiefe, Eleganz, Komplexität entwickeln sich zu einer gefährlichen »Droge« – Grillgut (eventuell ganz modern bei 800 Grad Celsius…), gut abgehangenes Wild und Trüffel könnten beste Begleiter sein.
Warum fällt mir bei solchen Weinen immer das Bärenfell ein? Ach ja, es gibt mittlerweile die Bewegung weg von der Single-Hauptstadt - der Trend im kalten Herbst ist Zweisamkeit!

Das gesamte hervorragende Sortiment der Beaumont Familie beziehen Sie über:

Markus van Riesen, Annenstraße 5, 20359 Hamburg, Tel: 040 – 31 77 13 502
www.beauwine.com

Hier erfahren Sie auch, wann Sie Sebastian Beaumont einmal live in Hamburg sehen können … es lohnt sich. Haben Sie jeden Tag ein bisserl Freude mit einem guten Wein zu zweit wünscht Ihnen



Block House Kirchenallee: Vom Wiener Walzer zum Wiener Schnitze

Er sollte Priester werden und wurde Steakhouse-König. Zur Kirche geht er noch heute regelmäßig mit Ehefrau Christa. Aber auch sein Imperium besucht er immer wieder. Mittlerweile ist Sohn Dirk verantwortlich.
Eugen Block, gläubiger Gastronom und HSV-Mitglied, eröffnete 1968 sein erstes Restaurant in der Dorotheenstraße. »Block House« hieß es.
Die Idee brachte er aus Amerika mit, der Erfolg kam schnell. Heute gibt es 34 Block Häuser in Deutschland, davon 14 in Hamburg. Mittags – von Montag bis Freitag – im »Block House« zu essen, ist ein Genuss. Sehr freundlicher Service, gute Produkte, faire Preise.
Ich besuche das Steak House am Hauptbahnhof (1989 eröffnet) im ehemaligen »Boccaccio«, wo man einst schon nachmittags Tango und Wiener Walzer tanzte. Heute wird Wiener Schnitzel serviert. Drei Gerichte unter 10 Euro stehen täglich auf der Mittagskarte, z.B. Kohlrouladen, Hähnchenbrust, Königsberger Klopse (je 7,20 Euro) oder Gemüsepfanne mit Blattspinat, Baked Potato, Sour Cream (7,60 Euro).
Ich entschied mich an einem Freitag für Rotbarschfilet, Remoulade, Zitrone, Kartoffelgurkensalat für 7,20 Euro. Was will man nach einem solchen Essen noch mehr, wenn man sagen kann: Ich bin wunschlos glücklich.
Noch ein guter Service: Jeder Gast kann sich die Lunch-Time-Karte  – so heißt das mittags – für ein bis zwei Wochen im Voraus kostenlos mitnehmen.

geöffnet täglich von 11.30 Uhr bis Mitternacht; Mittagstisch Mo - Fr 12 - 15 Uhr.


Block House Kirchenallee

Kirchenallee 49 - 51, 20099 Hamburg,

Tel.: 040 - 24 33 50;

 www.block-house.de

 

Horst Dammasch

-September 2009-

Restaurant Signatures im Hotel InterContinental Hamburg

 

Wer nicht zur Schar der Wochenendgriller gehört, die jeden Sonnabend gestresst die Holzkohlen anblasen und genervt angebrannte Würste entsorgen, der muss auf das positive Ergebnis dieser Bemühungen, die saftigen Steaks, trotzdem nicht verzichten. Im Restaurant Signatures des Hotel InterContinental wird ihm, ohne dass er sich die Fingen verbrennt, der mühelose Genuss des Endprodukts geboten. Unter dem Namen »Barbecue« serviert das Restaurant Grillvergnügen auf höherem Niveau. Der Gast muss nur noch zwischen den professionell zubereiteten Grillergebnissen wählen, ohne sich vorher die Schürze umzubinden.

Das Restaurant Signatures hält eine BBQ-Karte bereit, die verschiedene Steaks, Hummer und Garnelen empfiehlt, sowie Salate und Beilagen. Sie reicht vom Kotelett (15 Euro) bis zum T-Bone Steak (29 Euro), bei den reichhaltigen Beilagen vom Blattspinat (6,50 Euro) bis zu den vielen Items à 2,50 Euro wie Grilltomate, Maiskolben, Grillzucchini, Ofenkartoffel und Knoblauchbaguette.

Leider fehlten uns beim Essen die typischen Steakmesser und eventuell originelle, verschieden-würzige Dips wie in der BBQ-Karte angepriesen, zum formvollendeten Genuss. Doch davon abgesehen waren wir mit dem Gebotenen zufrieden und tranken dazu ein kühles Bier.

 

Fazit: Eine sehr nette Idee. Wer einen solchen Barbecue-Abend erlebt hat, der blickt nur noch mitleidig auf den profanen Wochendgriller, dem er beim Spaziergang interessiert zusieht: wenn er verzweifelt flucht, weil er trotz viel Gerät und Mühe den Spott der Gemeinde ertragen muss und seine Steaks hart wie Schuhsohlen sind.

 

Restaurant Signatures im Hotel InterContinental Hamburg, Fontenay 10, 20354 Hamburg;

geöffnet täglich 12 - 23 Uhr; Tischreservierung unter 040 - 41 42 25 20;

www.hamburg.intercontinental.com

 

-August 2009-

Beaumont Hope Maguerite Chenin Blanc 2008 - ein Wein zum Lieben und Verlieben

Neulich, auf dem fremden Terrain der VIP Lounge des FC St. Pauli, lernte ich in freudiger Erregung (St. Pauli gewann gegen die Topelf aus Mainz) Markus van Riesen kennen - seines Zeichens Patron des Hotels St. Annen und bester Freund von Sebastian Beaumont.

Genötigt, noch einen Scheidebecher auf den Sieg im Hotel St. Annen zu verköstigen, wurde etwas später ein exzellenter Tropfen des von ihm vertriebenen Weingutes Beaumont aus der Region Bot River/Walker Bay Südafrika geöffnet. Es handelte sich um den zur Zeit besten (Decanter) Weißwein im Topsegment Südafrikas, den Hope Marguerite Chenin Blanc 2008. Mit Sebastians Großmutter als Namenspatin zeigt sich dieser Wein frisch eingeschenkt in einer goldenen Farbe mit grünen Reflexen - in der Nase getrocknete Aprikose, grüne Melone, ein Hauch von Zimt und vielschichtige Gewürze - große Kirchenfenster-Viskosität. Im Gaumen grüner Apfel, eingelegte Ananas, Mandel, integriertes Holz (französische 400 l Allier Eichenfässer), Honig, florale Noten sowie ein öliger reichhaltiger Abgang. Der Wein ist unfiltriert und hatte keinen natürlichen Säureabbau (malolaktische Gärung).

Dieser Chenin Blanc kommt von den ältesten Rebstöcken des Weingutes und ist sicher einer der langlebigsten, den ich je probieren durfte: Einen älteren Jahrgang haben meine Jurykollegen und ich in einer Verkostung des Feinschmeckers deutlich vor der Konkurrenz aus Frankreich gesehen. Als Begleiter kann ich mir diesen Ausnahmewein zu Krustentieren aller Art, Sommertrüffeln, Edelfischen, und Fasan vorstellen sowie zu feierlichen Anlässen solo - und dies müssen nicht die raren Siege Ihres Lieblingsvereins sein. Der von Hand gelesene Wein, welcher das Terroir des traditionsreichen Weingutes und die Philosophie des blendend aussehenden »Surfers«, Winemakers sowie »Chenin Freaks« Sebastian Beaumont widerspiegelt ist für unsagbar günstige 14,20 Euro über Marcus van Riesen Weinimport in der Annenstraße 5, 20359 Hamburg, Tel.: 040 – 31.77.13.502, www.beauwine.com zu beziehen.

Angemerkt sei, dass nur wenige Flaschen in Deutschland verfügbar sind und ich meinen Arbeitgeber überzeugen konnte einen Großteil hiervon abzunehmen - Eile ist geboten...

 

Mit den besten Wünschen und auf Ihr sehr spezielles Wohl

 

-Julli 2009-

Franziskaner - Bayerische Schmankerln mitten in Hamburg

Vergessen Sie München mit dem Oktoberfest, Weißwurst und Löwenbräu. Denn Sie finden alles - sogar das Dirndl - in Hamburgs Colonnaden an der Alster bei Peter Hinz.

 

Der frühere Küchenchef und Wirtschaftsdirektor des berühmten Luxushotels »Vier Jahreszeiten« eröffnete 1993 das urgemütliche bayerische »Franziskaner«. Seitdem essen dort die Hanseaten, Banker, Hausfrauen, Künstler der nahen Staatsoper, VIPs wie die Klitschko Brüder oder Uwe Friedrichsen.

Aus dem guten und preiswerten Angebot: Haxen und Radi, Leberknödel und Schwammerl.

Auf blankgescheuerten holzvertäfelten Tischen, weißblau eingedeckt, liegen Servietten mit der Aufschrift »Grüß Gott und Guten Appetit«. Flotte und freundliche Damen servieren im Dirndl.

Die Mittagskarte wechselt täglich - von Montag - Freitag, 11.30 - 15 Uhr. Für 6,80 Euro gibt es gebratene Leber mit Zwiebeln, Kartoffelpüree, Apfelmus oder Putenrouladen mit Schinken und Käse gefüllt, dazu Brokkoli sowie Rosmarin-Kartoffeln. Aber auch Gulasch oder Flunder Müllerin.

Ich bestellte Weißwürstchen. Sie kamen mit beigelegter Brezel in einer kleinen Terrine mit heißem Wasser und süßem Senf (6 Euro). Das Franziskaner Weißbier (2,80 Euro) rundete den Genuss ab. Auch ein Löwenbräu hätte dazu geschmeckt.

Herrliche Frankenweine, zum Beispiel vom Juliusspital in Würzburg, stehen ebenfalls auf der Karte. Für den kleinen Hunger empfehle ich die hervorragende Leberknödelsuppe (4,90 Euro).

Wenn Sie nach dem Essen wieder in den Hamburger Colonnaden stehen, müssen Sie erst einmal überlegen: War ich nun in München oder Hamburg?

-Horst Dammasch-

 

geöffnet von 11.30 - 24 Uhr, Sonn- und Feiertags geschlossen

 

Franziskaner, Große Theaterstr. / Ecke Colonnaden

Tel.: 040 - 34 57 56 www.restaurant-franziskaner.de

 

-Juni 2009-

Schätze im Uhlenhorster Hinterhof - das Weinmagazin Hamburg

In der Dorotheenstraße 53, Tel.: 040 -27 80 80 37, hat sich Reiner Maria Gilfert seinen Lebenstraum erfüllt - im Hinterhof findet sich sein eigenes Weinparadies. Warm eingerichtet, mit viel Holz, Kunst und einer erlesenen Weinauswahl mit Schwerpunkt Südafrika, Frankreich und Deutschland. Unter dem Motto »gute Weine - gutes Leben« berät er seine Kundschaft einfühlsam und kann auf ein Soriment von bekannten und unbekannten Winzern zurückgreifen.

Bei meinem Besuch neulich erwischte ich ihn gerade beim ausgiebigen Verkosten neuer Produkte, welche er im Übrigen auch im Internet unter www.weinmagazinhamburg.de feil bietet.

Leicht beschwingt (ich musste auch probieren) berieten wir, welcher Wein denn nun von mir beschrieben werden sollte. Wir entschieden uns für einen Sauvignon Blanc von Laibach, Stellenbosch Südafrika, ein richtiger Frühlingswein, welcher auch köstlich zu Spargel und Brunnenkresse mundet. Er kommt von einem jungen Weingut, das erst 1997 gegründet wurde, familienbetrieben und malerisch in den Hügeln bei dem Simonsberg gelegen. Die Trauben werden handgelesen, behutsam gepresst und ausschließlich in kleinen Stahlfässern vergoren. In der Nase zeigen sich Stachelbeere, Flieder, Kiwi und ein wenig das Bukett, das erzeugt wird, wenn Männer zusammen harter körperlicher Arbeit ausgesetzt sind... Geschmacklich spiegelt sich dies wider, wobei der Wein einen wunderbar lang anhaltenden fruchtigen Abgang hat und viel Schmelz (13,5%Vol.). Es ist ein Wein, der in den nächsten zwei Jahren getrunken werden sollte, daher ist auch nichts gegen den Schraubverschluss zu sagen.

Schlussendlich konnte ich Herrn Gilfert überzeugen, für Leser des Hamburg Führers im Monat April einen Sonderpreis von 7,95 Euro statt 8,70 Euro anzubieten.

Ein Besuch des Weinmagazins lohnt sich durchaus, denn Herr Gilfert hat jeden Tag neue Ideen rund um das Thema Wein und wir werden sicher noch viel vom Weinmagazin hören.

 

Mit den besten Wünschen für Ihren persönlichen Frühling.

 

-April 2009-



Shalimar: Indisch essen- höllisch scharf und himmlisch sanft

Der älteste Inder der Stadt- das »Shalimar« (gesegnetes Haus) ist schon 26 Jahre alt und immer noch konkurrenzlos die Nr. 1.

Die Erfolgsgeschichte von Inhaber Mike Washington begann in seiner Geburtsstadt Neu-Delhi, im Luxushotel »Interconti«. 1982 machte er sich in Hamburg selbstständig. Das Restaurant wurde schnell von prominenten Gästen besucht: Roberto Blanco, Otto, Udo Lindenberg, Boris Becker, Verona Pooth und viele mehr.

Auffallender Blickpunkt in seinem Haus am Gänsemarkt ist der 3-Meter-Buddha, der den geschmackvollen Gastraum zwischen antiken indischen und modernen Stühlen mit warmer Atmosphäre überstrahlt.

Jeden Mittag- von Montag bis Freitag, 12- 15 Uhr - werden mehrere Gerichte unter 10 Euro serviert, z.B. Geflügelhackbällchen in roter Currysauce, Basmatireis oder Hähnchen-Curry in milder Soße mit Obst, Nüssen, indischem Käse, Reis für 7,50 Euro. Auch das scharfe Lammfleisch-Curry mit Erbsen, Kartoffeln und Reis gibt’s zu diesem Preis.

Ich probierte auf Empfehlung der Mittags-Chefin, Ulrike Zink, Thalis- vier verschiedene Sorten Hähnchenbrustfilet, Gemüse, Linsen, Reis mit delikater, milder Curry-Sauce. Es ist hervorragend und kostet nur 7,50 Euro. Für den kleinen Hunger: Vegetarische Tagessuppe (2,50 Euro) oder hauchdünne Papadams mit dreierlei Dips (2,40 Euro). Eine indische Mahlzeit soll erst das Auge, dann die Nase und zum Schluss den Gaumen verführen, sagt der Hausherr. Gelungen, das »Shalimar« bringt ein kleines Stück Orient in die Hansestadt.

-Horst Dammasch-

 

Information: Shalimar, ABC-Str. 46, 20354 Hamburg,Tel.: 040 - 44 24 84.

Mittagstisch von 12 - 15 Uhr.

 

-März 2009-

Live Cooking im Copper House

Das weitläufige Restaurant ist gut besucht. Überdimensionale pastellfarbene Lampen an den hohen Decken geben freundliche, farbliche Akzente zu dem in dunklem Holz und weißem Kunstleder gehaltenen Mobiliar. Jeden hübsch mit Stoffservietten gedeckten Tisch ziert eine Miniorchidee. Junge Familien, Paare und eine Gruppe Versicherungsvertreter schnattern munter durcheinander.

Das ausschließlich asiatische Personal erklärt freundlich das Konzept »Live Cooking«. Man bedient sich selbst am umfangreichen Buffet, das neben Sushi, verschiedenen Suppen und Frühlingsrollen auch fünf bis sechs warme Gerichte bereithält. Alles sieht sehr appetitlich aus und wird ständig nachgefüllt. Der Clou ist jedoch die Teppanyaki Station. Rohe Zutaten wie Fisch, Fleisch und verschiedene Gemüse werden zusammen mit Gewürzen und Saucen nach Wahl frisch vom Koch zubereitet.

Natürlich kann man auch À la Carte essen, doch die Buffet Variante für 19,50 Euro lohnt sich fast immer. Einziger Wermutstropfen: Man muss sich selbst bedienen.

Für das 'geistige' Wohl sorgt eine Karte mit 9 offenen und 30 Flaschen-Weinen, und auch die Cocktailkarte hält was sie verspricht. Zudem werden die Drinks gekonnt vom Barkeeper persönlich serviert. Zeitweilig fühlten wir uns vom Personal ein wenig vernachlässigt, sonst hätten wir sicher noch einen Drink mehr bestellt. Auch bedauerlich: Die offene Küche erfüllt einen großen Teil des Raums mit Essensgerüchen.

Auf meinen Hinweis, dass ich in der Karte Sushi vermisst habe, antwortete man mir freundlich, dass ich es selbstverständlich trotzdem bestellen kann. Das heben wir uns für den nächsten Besuch auf, denn wir sind mehr als satt!

 

-Dezember 2008-

 

Für den HAMBURG FÜHRER testen Mitglieder des

'Goldenen Schlüssel Hamburg e.V.' incognito. Diesmal: Kathrin Beulshausen

 

 

Zweigelt vom Tischler In Valore Virtus - Im Wert liegt die Tugend

Seit 25 Jahren gibt es in Winterhude die Tischlerei Tengg, die sich auf die Restaurierung von Möbeln und Kücheneinrichtungen versteht. Fünf Tage Arbeit in der Woche reichen Herrn Tengg aber nicht und so ein wunderbarer Hinterhof (Ohlsdorfer Straße 34, 22299 Hamburg, 040 - 480 25 73) lässt sich doch in eine tolle Weinlaube verwandeln. Flugs noch einen ehemaligen Arbeitsraum mit nicht verkauften Antiquitäten schmücken, einen Hobbykellertresen aufstellen und fertig ist Tenggs Jugendtraum eines Individual- Restaurants.

Herr Tengg, nicht nur Tischler sondern auch schwerstbegabter Hobbykoch, serviert von Donnerstag bis Sonntag von 15 bis 23 Uhr Schnitzel, Kaiserschmarrn & Co, und lockt damit nicht nur Nachbarn sondern auch Graf und Gräfin Pilazius an - ist's doch so gemütlich bei ihm.

7 Tage Arbeit in der Woche, da muss Herr Tengg sich und seinen Gästen auch vinophile Genüsse offerieren. Passend zum Klientel sind sie gräflich: Schloss Munzingen vom Grafen von Kageneck seit 1672 in Breisgau, Baden. Am meisten hat’s mir der Zweigelt angetan, der auch außer Haus für sehr menschenfreundliche 6 Euro zu erstehen ist. Österreichs berühmteste Rebe, dem Kloster Neuburg entstammend, eine Kreuzung aus Blaufränkisch und St. Laurent, hat nun in Baden am Ettenheimer Kaiserberg, ganz in der Nähe der Traube Tonbach, einen neuen Boden gefunden. Sensationell, was ich mit Herrn Tengg für diesen Preis verkostet habe. Der Jahrgang 2006 präsentiert sich brombeerrot im Glas, ist im Bukett und Geschmack substanzreich, fruchtig, besonders nach Weichselkirsche, hat weiche Tannine und im Abgang leichte Vanillenoten - schlicht LECKER!!!

Herrn Tengg sollten Sie auf alle Fälle eine Aufwartung machen, da er symphatisch wie Käpt'n Blaubär ist, freundliche Weinpreise für exzellente Produkte und wunderschöne antike Möbel bietet, oder Ihre in diese verzaubert. Reservierungen dringend empfohlen...

In Valore Virtus

 

-Oktober 2008-



BULLDOG...Gin als Treibstoff für unsere blühende Jugend

Wir Sommeliers haben es schon schwer ... probieren uns durch und opfern unsere Leber für unsere Gäste!!!!

Schauen wir mit zunehmenden Alter morgens immer besorgter in den Spiegel fragen wir uns: Gibt’s in unserem Schaffen nicht ein Jugendelixier? Und erinnern uns an Queen Mum, welche bis zum 102. Lebensjahr in High Heels Pferdewetten abschloss, regelmäßig Gentlemen und Gin genießend.

Nun gibt es in Hamburg seit 1919 ein Schlaraffenland des Hochprozentigen: die Weinquelle in der Lübecker Strasse 145. Inhaber Uwe Lühmann ist sofort zur Stelle, wenn eine gewisse Desorientierung dem Besucher ob der Vielfalt des Angebots anzusehen ist, und schlussendlich offeriert er mir den Tropfen der Jugend.

Bulldog Gin aus den Staaten, London Dry Gin directly from New York.

Gin, ursprünglich Genever, kam aus Holland im 18. Jahrhundert nach England. Mittlerweile ist er zum Kultgetränk geworden und nicht nur für den Gentleman als Gintonic sondern immer mehr auch pur zu trinken. Zudem ist Gin wertiger geworden hinsichtlich der Destillationsvorgänge und der Ingredienzien die verwendet werden. Unternehmen wie Hendricks, Bombay Sapphire oder Gabriel Boudier in Dijon seien hierzu genannt. Letzterer Gin wird mit Safran aromatisiert. Bulldog hingegen wird vierfach destilliert, hat minimum 12 Ingredienzien, u.a. Drachenauge, welches eine chinesische Baumfrucht (mit der Litschi verwandt) ist, und hat feine Noten von Wacholder, Kirsche und Schlehen sowie 40% Vol. Insgesamt ist er weich und ausgewogen im Geschmack und hat ein Kampfhund-Halsband um. Ausgezeichnet ist er pur, aber auch im Gin Fizz, Gimlet oder klassischem Martini Cocktail zu genießen für 0,7l 26 Euro.

Die Jugend zurückgewonnen, brauchen Sie Ihre Partnerin/Ihren Partner nur noch zu fragen, ob's gerührt oder geschüttelt sein soll...

In Erinnerung an Queen Mum nun das Beste für Sie.

 

-September 2008-



Sommergefühle mit Dry White Port aus dem Hause Niepoort

Die Sonne Portugals, angenehme Begleitungen, Fadoklänge und streunende Hunde - aus dieser Traumwelt erwacht, stehe ich bei Herrn Duske im Hanseviertel (Ausgang Große Bleichen) und die Hamburger Temperaturen lassen uns gemeinsam ein Exemplar Niepoort Dry White öffnen, gut gekühlt, präsentiert sich ein goldbraunes Elixier, Bernstein in flüssiger Form, im Bukett Aromen wie Feigen, Datteln, Honig, Nüsse, Mandeln und Akazie. Leicht ölig im Glas »lagrima« wie Tränen im Mund, weich im Gaumen mit frischem Abgang - eine absolute Granate für 14,90 Euro.

Etwa 30 Rebsorten sind für weißen Port zugelassen, hauptsächlich finden wir in diesem Exemplar Malvasia fino, Viosinho und Gouvero (Verdelho). Die Bernstein-Farbe wird erreicht durch einen sehr kurzen Maischevorgang, dem eine 3-jährige Fasslagerung in kleinen und neuen Eichenfässern folgt.

Niepoort ist das zweitkleinste Porthaus im Dourotal und wurde 1842 gegründet - eigene Weinberge hat Dirk Niepoort aber erst seit 1987. Dirk ist Fanatiker was Lagen und Böden betrifft, siedelt Weinberge dort an, wo sie kein anderer jemals haben wollen würde, diese Böden haben zum Teil einen sehr alten Rebbestand, und alte und sehr steile Schieferböden, dies findet sich in seinen Weinen wieder. Charakter und Bodentypizität treten stark hervor. Zurück zu unserer Verkostung: In einem Hamburger Beachclub im Sonnenuntergang probierte ich mich durch diverse Mischungsversuche, kam auf die kühne Idee, Champagner mit White Port zu kombinieren - hat soo schön geprickelt. Als Sommelier normalmente keine Mischgetränke schätzend - Niepoort Dry White ist solo und zum Käse oder zur Mandeltarte ein Hochgenuss!!!

P.S.: Wenn Sie mit Herr Duske charmant plaudern und verkosten wollen, gehen Sie zu den British Days 30./31. August auf dem Gelände des Hamburger Poloclubs.

Für Sie einen schönen Sommer

 

-August 2008-



Rosé d'une Nuit - Rosé aus einer Nacht

Als gestandener Sommelier ist es immer wieder eine Freude neue Entdeckungen zu machen - meine gewählte Überschrift schließt ein wenig auf Romantik. Unser Hamburger Sommer erfreut uns (wider Erwarten) mit lauen sommerlichen Nächten und leitet unter anderem auch zu dem Wunsch, seiner Liebsten oder seinem Liebstem etwas Herzhaftes auf dem heimatlichen Grill zu »bruzzeln«...

Obgleich ich elf Jahre für eine Brauerei in Lohn und Brot stand, möchte ich Ihnen heute eher einen leckeren Wein zum Grillgut empfehlen, erhältlich bei dem charmanten Herrn Stefanik vom Wynhus der Hanse (Krohnskamp 17, 22301 Hamburg). Der in einer lauen Oktober-Nacht gelesene Rosé d’une Nuit aus der Rebsorte Portugieser stammt vom Weingut Peth-Wetz, welches 15 Hektar Weinberge in 3. Generation um den Bermersheimer Hasenlauf (Hase ist auch lecker) in Rheinhessen sein Eigen nennt. Die zartrosa Farbe dieser Geschmacksbombe entwickelt sich durch extrem kurzen Kontakt des Mostes mit der dunklen Beerenhaut und durch besonders schonende Behandlung, u.a. kein Pumpen der Maische.

Im Geschmack zeigen sich Himbeere, rote Johannisbeere und ein Anflug von Zitrusfrüchten. Durch die langsame und behutsam gesteuerte Gärung ist bei dem frisch geöffneten Wein eine natürliche Kohlensäure erhalten geblieben - ein tolles Mundgefühl - zu Grillaromen und mediterranen Temperaturen für Männlein und Fraulein DIE perfekte Ergänzung. Sommergefühle pur und das für 6,95 Euro. Die Weine von Peth-Wetz werden aktuell in der Business- und Firstclass der Lufthansa ausgeschenkt. Markus del Monego scheinen diese Weine also auch zu gefallen... Auch nach drei Tage offenem Stehen, haben sich mir immer wieder positive Geschmackseindrücke gezeigt. Mein persönlicher Tipp für Ihren vinophilen Grillsommer in Hamburg - ach, wären wir doch alle eine Reblaus, dann müsst ich Sie nicht immer wieder durch meine Zeilen animieren! Einen schönen romantischen Sommer.

 

-Juli 2008-



Frühlingsgefühle mit Edel-Prosecco

Prosecco, das In-Getränk der 90er Jahre, hat ein bisschen an Ruhm verloren, sind doch zu viele Produzenten in Venezien auf den Trend aufgesprungen und haben im Billigsegment die Flasche für unter 2 Euro im Lebensmittelhandel angeboten. Dies hatte natürlich Einbußen für die Qualität und selbst die »Bussi-Bussi-Gesellschaft« hat’s geschmeckt und sich wieder dem Champag-ner geöffnet.

Was ist denn nun eigentlich Prosecco? Es gibt nur eine Antwort: eine Rebsorte! Hauptsächlich vorkommend in dem Venedig-nahen Anbaugebiet Conegliano-Valdobbiadene. Prosecco ergibt strohfarbene Weine mit deutlichem Duft nach Äpfeln, Mandeln und Glyzinien, zart aromatisch im Geschmack, mit wenig Struktur. Es wird laut DOC zwischen Frizzanti (Perlwein) und Spumanti (Schaumweinen mit Kork-Sektverschluss) unterschieden - vereinzelt gibt es auch Stillweine.

Vor ein paar Tagen besuchte ich einmal wieder Herrn Stefanik im Wynhus der Hanse ( Krohnskamp 17, 22301 Hamburg, 040 - 270 89 66), mittlerweile kennen wir uns ganz gut. Wir diskutierten die neuen Preisoffensiven der Gebrüder Albrecht bezüglich der Top Châteaus des Bordeaux... und beim Stöbern fiel mir eine Flasche Althe’a Spumante in die Hände (12,90 Euro). Schnell hatten wir beide die Idee, dem angekratzten Image des Prosecco ein wenig auf die Sprünge zu helfen.

Heimatlich geöffnet, zeigt sich im Glas eine strohgelbe Farbe, eine extrem feine, aber lebendige und langlebige Perlage - in der Nase (Bukett) Apfel, Zitrusaromen, Lychee und ein Hauch von weißem Pfeffer. Endlich verköstigt: siehe da Struktur, Cremigkeit und langer Nachklang in den erwähnten Aromen mit relativ zurückhaltender Säure - wahrlich ein sehr angenehmes Getränk als Aperitif, aber auch zu Speisen. Wie wäre es denn mit einem Fasan mit Proseccokraut?

Die Agricola Drusian ist bekannt u.a. für Amarone. Nun hat sich die Tochter der Familie der 21 Hektar Prosecco-Trauben angenommen und produziert merklich erstklassige Ergebnisse, die in Deutschland noch recht selten zu finden sind, in einer stylisch reduzierten Aufmachung. Durchaus eine Alternative zu Champagner & Co. Begrüßen Sie den Frühling und erheben Sie mit mir das Glas auf weitere Entdeckungen von Bacchus und Herrn Stefanik.

 

-April 2008-



Bordeaux für alle - Erlebnisbericht einer Weinprobe

Wein ist »in«, dies spüren Mitarbeiter in der Gastronomie unter anderem an der großen Kundigkeit der Gäste, ihrer Wissensgier und natürlich am Konsum. Leider ist trotzdem nicht darüber hinweg zu täuschen, dass der Durchschnittspreis einer in Deutschland gekauften Weinflasche immer noch zwischen 1,50 Euro und 2,50 Euro liegt.

Daher werden immer mehr professionelle Proben von verschiedenen Weinorganisationen veranstaltet, um die Allgemeinheit von mehr Qualität und würdevollen Preisen zu überzeugen. So auch jene im weißen Schloss an der Alster, die 100-Bordeaux-für-alle-Probe.

Das CIVB, das Conseil Interprofessionnel du Vin de Bordeaux, in Bordeaux gleichzeitig so etwas wie eine Touristen-Information, hatte gerufen, um zu zeigen wie vielfältig ihre Region bezüglich Kultur, Landschaft und Wein ist. Massive Anzeigenschaltung in der Tages- und Fachpresse bescherten einen Ansturm von Weinenthusiasten jeglicher Couleur - Presse, Weinprofis, Weinliebhabern - aber auch von einigen, welche gern möglichst viel und kostenfrei von der besseren Qualität probieren wollten.

Nun stehen in einem Raum sauber aufgereiht 100 verschiedene Tropfen weiß, rosé und rot, im Hintergrund läuft eine DVD mit Bildern des wunderschönen Bordeaux, ein paar Spucknäpfe sind vorbereitet, und los geht's. Aber wo soll denn nun angefangen werden? Flugs eilt einer der vier(!) anwesenden Winzer herbei und zieht mich zu seinen beiden Beiträgen der Probe, zugegeben guter Stoff (Château Grimont 2004), doch gefragt, ob er mir ein paar Tipps geben kann, ist er ganz stolzer Franzose - und schweigt. So bin ich auf mich selbst gestellt und probiere mich durch. Erstaunt bin ich, dass von 27 probierten Weinen 11 korkig waren. Dies geäußert: Es gab zum Teil keine Ersatzflaschen! Insgesamt eine handvoll kundiger Berater des Conseils konnte die Masse von Fragen der vielen Verkoster nicht beantworten - zwei Servicemitarbeiter waren nicht in der Lage, ausreichend saubere Gläser zur Verfügung zu stellen und ein voller, gemeinschaftlicher Spucknapf verdirbt auch den letzten Hauch von Appetit auf das leicht angetrocknete Brot.

In Anbetracht dessen, dass sich die Region Bordeaux als Genuss-Mekka vorstellen wollte, etwas unglücklich - trotzdem habe ich hervorragende Gewächse probiert, welche sich zum großen Teil zwischen fünf und zehn Euro bewegten, ein praktisches Büchlein mit den Bezugsquellen ergattert und meinen Favoriten gekürt: Château Mémoires 2004, Gran Vin de Liquereux, Appelation Lupiac AC - ein Süßwein aus Semillon, Muscadelle und Sauvignon Blanc, leicht ölig, mit großer Eleganz, herrlich zur Entenleber und viel günstiger als die großen Mitbewerber des Sautern (ca. 12 Euro, Bezug über

www.eichelhardt.com). Hatte ich gehofft, den Engelstropfen mit etwas von dem kürzlich bereitgestellten Buffet zu kombinieren - Fehlanzeige! Abgegessen!

Selbst oft in Bordeaux gewesen, kann ich den geschätzten Lesern nur nahe legen, ein paar Tage das ganz besondere Flair dieser Stadt selbst zu erleben und vor Ort einen kurzweiligen Kurs der École du Vin zu besuchen. Jegliche Informationen zu Weinen des Bordeaux gibt es unter www.bordeaux.com.

 

Fazit dieser Probe: Gesundes Vertrauen in den eigenen Geschmack ist bei Weinproben für Jedermann unerlässlich! Großer Tipp: Bei der kommenden Probe in den Deichtorhallen werden Sie nicht allein gelassen...

 

Viel Spaß bei Ihrer persönlichen vinophilen Entdeckungsreise



-Januar 2008-




Churchill's Reserve Port - Labsal nicht nur für Winston und Santa Claus

Festlich geschmückt zeigt sich Hamburg in dieser Zeit, dazu früh einbrechende Dunkelheit, Kerzen, Geruch nach Glühwein, klirrende Kälte...viele hektische Menschen auf der Suche nach Harmonie.

Mein Bedürfnis nach einer Oase der Ruhe finde ich gestillt in dem kleinen, feinen Geschäft von Horst Duske im Hanse-Viertel. Feinste Zigarren, Rum aus aller Welt und eine vortreffliche Auswahl an erlesenem Portwein. Herr Duske, sehr verbindlich und kundig, drückt mir eine Flasche Churchills Reserve Tawny Port in die Hand (14,90 Euro) und wünscht sich eine Rückmeldung. Da mir Winston staatsmännisch sowie mit dem Lebensmotto »no sports« immer schon sympathisch war, öffne ich die Flasche am selben Abend und beschließe, nach Kamin und Bärenfell Ausschau zu halten.

Die Bodega Churchill Graham wurde von Johnny Graham 1981 gegründet, er selber war zuvor Weinmacher bei Cockburn und Taylors. Benannt nach seiner Frau Caroline Churchill, der Enkelin von Winston, erntet die Bodega jedes Jahr Medaillen und Auszeichnungen. Eine der besten Lagen im Douro Tal »Cima Corgo« bietet ausschließlich hochqualitative Trauben, welche handgelesen und in großen Granitbehältern, so genannten Lagares, mit Füßen eingemaischt werden.

Den ersten Schluck genommen eröffnet sich mir die Welt von Porto. Die Augen geschlossen, verstehe ich warum seit Jahrhunderten gerade die Engländer, bekannt für trockenen Humor und leicht unterkühlte Witterung, dieses Elixier lieben. Dazu im Gegensatz diese Weichheit im Gaumen, dieser sanfte Abgang, diese ausbalancierte Süße, Pflaume, sehr dunkle Beerenfrüchte und ein bisserl dieser wärmende Geschmack von Harmonie - ja ist denn schon Weihnachten ????

Diesen Port kann ich mir als Begleiter der klassischen Teatime, zu Käse (Stilton !!!), Schokoladenfondant oder einfach zu erlesenem Salzgebäck vor dem Kamin vorstellen.

Geöffnet sollte der Reserve Port in drei bis vier Wochen genossen und unbedingt auch zu einer Zigarre degustiert werden. Beste Harmonie erzeugt laut Herrn Duske eine Hoyo de Monterrey Epicure No 1, welche sich mit dem Port vermählt durch Eleganz, Feinheit und ausgeprägt herbale Töne (9,50 Euro).

Ein bekannter Kollege von mir hört bei dem Genuss von Portwein immer Fado-Musik und entferntes Hundegebell. Wenn Sie zu Nikolaus ein kleines Gläschen Port vor die Tür stellen, natürlich zusammen mit den sauberst geputzten Stiefeln, bin ich sicher, Sie werden mit Harmonie gesegnet werden - nicht nur an den Festtagen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bewegende Momente, Harmonie und vinophile Genüsse auch im neuen Jahr



-Dezember 2007-





GASTRO-KRITIK



Für den Hamburg Führer ttesten Mitglied des "Goldenen Schlüssels Hamburg e.V."





Hagen Hoppenstedt